Das von den Vorfahren im Jahre 1635 gegebene Versprechen „Solange der euren noch einige übrig sind“ soll erneuert und bekräftigt werden. Ein Auftrag, den alle Bad Westernkötter und Gäste, ob jung oder alt, durch ihre Teilnahme an den verschiedenen Gottesdiensten und vor allen Dingen bei der Prozession am Sonntag bestätigen. Dr. Peter Jochem (Geistlicher Rektor in Hardehausen) und gebürtiger Erwitter wird der „Lobetagsprediger“ sein. In den unruhigen Zeiten von Kirche und Welt sind wir gespannt, welche Gedanken er den Zuhörern mit auf den Weg gibt.
2018 hat sich der Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) zum 400. Mal gejährt. Die Zivilbevölkerung litt in diesen schrecklichen Jahren unter Krankheit, Hunger und Verwüstung. Den traurigen Höhepunkt dieser Leiden bildete 1635 eine schwere Pestepidemie. Auch Westernkotten blieb davon nicht verschont. Von den etwa 400 Einwohnern des Ortes überlebten etwa 20 Menschen, den „Schwarzen Tod“. In ihrer Not riefen diese die Gottesmutter Maria um Hilfe an und gelobten, jedes Jahr am Sonntag nach dem Fest Mariä Heimsuchung, das Fest wird am 2. Juli gefeiert, einen feierlichen Lobetag mit großer Dankprozession zu begehen, „… „Solange der Nachkommen noch einige übrig sein werden“. Dieses Versprechen wird seitdem von den Bewohnern des Ortes eingehalten. Selbst in Kriegszeiten.
Bereits am Freitag, 03. Juli 2026 um 15:00 Uhr beginnen die Feierlichkeiten mit Glockengeläut und Böllerschüssen. Zur inneren Einstimmung sind am Samstag, 04. Juli 2026, alle Kinder und Interessierte um 10:00 Uhr zu einem Wortgottesdienst in die Kirche eingeladen. Im Rahmen dieses Gottesdienstes wird die Bedeutung des Lobetags und der Prozession erklärt. Am Abend um 17:00 Uhr wird Dr. Peter Jochem mit uns die Vorabendmesse feiern.
Sonntag, 05. Juli 2026 ist schließlich der Hauptfeiertag. Er beginnt um 5.15 Uhr in der Früh mit einer Heiligen Messe, die auch in diesem Jahr in alter Verbundenheit, wieder vom Lippstädter Vinzentiner Pater Georg Witzel gefeiert wird. Um 6:00 Uhr zieht dann unter Böllerschüssen und Glockengeläut die große Prozession von der Kirche aus los. Zunächst durch die Feldflur und dann durch die festlich geschmückten Straßen des Ortes. Auf dem Weg begleitet uns die Lobetagsfahne und die Lobetagsmuttergottes. An vier Stationen hält die Prozession auf dem ca. 6 km langen Weg inne. An der ersten Station, der Josefslinde wird der Lobetagsbrief vorgelesen und damit das Versprechen erneuert. Immer wieder ein beeindruckender Moment. Gegen 7:30 Uhr hält Dr. Peter Jochem die Predigt am Friedhof . Für Sitzgelegenheiten ist gesorgt. Danach geht die Prozession zur Antoniuslinde und dann zur Franziskuslinde am Schützenplatz. Im Anschluss an die Prozession folgt um 9.30 Uhr das feierliche Schlusshochamt an der Schützenhalle.
Alle Einwohner und Gäste sind herzlich eingeladen, den Lobetag mitzufeiern. Wir freuen uns, wenn alle Gläubigen aus dem Pastoralen Raum daran teilnehmen.
In diesem Jahr ist geistlicher Rat Heinz Müller, der ehemalige Pfarrer der Pfarrgemeinde, seit 30 Jahren in unserem Ort. So lange feiert er auch den Lobetag mit. Aus diesem Anlass laden wir alle nach der Prozession zu einem Umtrunk in Pastor´s Garten ein.